2012 war es soweit: Unser SAAB 901 S-Cabrio, Baujahr 1992 und 2002 aus Belgien in unseren Besitz gekommen, sollte zum Winter ein Saisonkennzeichen bekommen und während der strapaziösen Eis-Matsch-Streusalz-Zeit unter einer Plane im Carport überwintern. In dieser Zeit würde unser freundlicher SAAB-Vertragspartner, Kay Greenfield aus Detmold einige längst fällige Arbeiten an Karosserie und Verdeck erledigen. Für die Weihnachtstage war uns ein Leihfahrzeug für die vielfältigen Belange unserer dann angereisten Verwandtschaft versprochen worden, das ich am 22.12. morgens abholen wollte.

Strahlender Saab 9000 Griffin

Strahlender Saab 9000 Griffin

An diesem Morgen eröffnete mir Kay Greenfield, dass just am Morgen der 932-Diesel defekt sei, und ich nun „leider den 9000er nehmen müsse“. Das war für mich natürlich ein zusätzliches Weihnachtsgeschenk, da meine Liebe nach dem 901 eben dem 9000 gilt. Ich hatte 1997 anläßlich der Anschaffung eines Neufahrzeugs mit einem 9000 Aero geliebäugelt, aber mich dann doch aus Vernunftgründen für den gerade auf den Markt gekommenen 95er mit 2,3l (177PS) entschieden.

Nun also zu Weihnachten 9000CDE V6 Griffin als Automatik. Eine Woche lang! Zu Hause angekommen stellte ich erstmal fest, wie unprätentiös das Fahrzeug unter seiner Staub- und Schmutzschicht wirkte, und ich beschloß spontan im Überschwang der Gefühle ihm eine Autowäsche zu spendieren. Daß ich dabei die automatische Antenne „geopfert“ habe, da ich seit Jahren die Antennen von 95 und 93SC (aktuelles Fahrzeug mit der 2,0T-Maschine mit 210PS) gewohnt war, sei der Vollständigkeit halber zu meiner Schande gebeichtet. Aber das wird mit Hilfe unseres SAAB-Vetragspartners wieder vollständig in Ordnung gebracht.

Nach der Wäsche hatte der 9000er wieder seine ursprüngliche Farbe zurückerlangt, wie Ihr sie sicher noch aus der Broschüre aus den 90er Jahren kennt. Aber etwas fehlte noch! Die Farbtiefe! Die hat er dann durch eine Handversiegelung mit Original SAAB-Hartwachs und Politur für gebrauchte Lacke erhalten. Ich hoffe, dass die Bilder es zumindest ansatzweise wiedergeben. Selbstverständlich bekam er dann noch den obligaten Aufkleber, denn das habe ich den Spaziergängern gesagt, die sich über meine Aktivitäten an einem zunehmend feuchter werdenden Vorweihnachtstag wunderten: „Das ist ein SAAB. Mit etwas, was man mit “Spirit“ nur beschreiben kann“. Nachvollziehen können es wohl nur „Infizierte“.

Es ist wohl klar, dass der Tag der Rückgabe viel zu schnell wieder heranrückte. Diese Woche habe ich genossen, und ein paar Extraschlucke Superbenzin habe ich uns auch spendiert: Die Automatik eine Stufe zurückstellen, mit Vollgas beschleunigen und den kernigen Klang des V6-Zylinders hören. Steht der Szene aus „Ziemlich beste Freunde“ mit dem Maserati nachts auf der Pariser Autobahn in nichts nach! Aber da der Griffin eigentlich ein luxuriöser Cruiser ist, bin ich meistens „angepasst“ gefahren, im CD-Player eine CD mit Werken von Ludovico Einaudi, natürlich bevorzugt „Fly“. Zum Nachahmen empfohlen!

Bilder und Text: August-Eric für Saab-Youngtimer.de

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