Der Saisonstart seht kurz bevor, am nächstem Wochenende darf der 9-3 Aero zurück auf die Strasse. Wie immer kommt das völlig überraschend, und so haben wir am letzten Wochenende noch schnell die Streuscheiben der Scheinwerfer getauscht.

Demontiert - Saab 9-3 Aero ohne Scheinwerfer und Grill @ 2014 saab-youngtimer.de

Demontiert – Saab 9-3 Aero ohne Scheinwerfer und Grill @ 2014 saab-youngtimer.de

Der Grund dafür lag auf der Hand. In den 13 Jahren auf der Strasse haben die Scheinwerfer so manchen kleinen Stein oder Split abbekommen. Die Folgen sind klar. Das Licht erscheint trübe, ist irgendwie gelblich. Fährt man mit den Fingerkuppen über die Scheibe, dann spürt man die Miniatur-Kraterlandschaft. Da nutzen auch die guten Nightbreaker von Osram nicht, die hinter der trüben Scheibe vergeblich für gutes Licht und Durchblick kämpfen. Der Handlungsbedarf ist klar, sehen und gesehen werden ist ein wichtiger Punkt. Wer hier spart, der tut dies am falschen Ende.

Bei Blogunterstützer Schwedenteile.de gibt es die Streuscheiben für den Scheinwerfer links und rechts zum Sonderpeis von 35,70 € pro Stück. Nicht zu viel für besseres Sehen. Die Bestellung über das Internet funktioniert ohne Probleme, und zwei Tage später liegen die Teile auf meinen Schreibtisch.

Zu jedem Glas gibt es einen Dichtungsgummi, die nötigen Klammern und eine weitere Gummidichtung, die zum Wischer des Scheinwerfers hin abschließt. Bestellt haben wir vor Weihnachten, die Zeit zum Einbau finden wir erst am letzten Februarwochenende. Wir, das sind Freund Achim und ich, und es ist wichtig, für diese Arbeit den zweiten Mann mit an Bord zu haben.

Der Ausbau der Scheinwerfer ist einfach. Kühlergrill abbauen, er ist bei unserem 9-3 Aero nur eingeclipst, dann die Schrauben oben am Scheinwerfer und an der Verbindung zu den Blinkern lösen. Die Blinkergläser vorsichtig nach vorne herausziehen, Kabel abziehen, dann eine weitere Schraube, die jetzt frei wird, lösen.  Die Scheinwerfer dann mit etwas Gefühl herausnehmen.

Die alte Streuscheibe entfernt man, indem man die Clipse mit einem Schraubenzieher löst und die Scheibe mit der Gummidichtung  entnimmt. Der Reflektor liegt jetzt frei und sollte unter keinen Umständen angefasst oder mit irgendwelchen Mitteln gereinigt werden. Die aufgedampfte Beschichtung nimmt das übel, löst sich im schlimmsten Fall ab. Der Reflektor des linken Scheinwerfers ist wie neu, der rechte hat bereits ein abgeplatztes Plastikteil und erste Auflösungserscheinungen. Allerdings noch nicht an relevanten Stellen, sondern im Außenbereich. Er wird nicht mehr ewig halten, aber für die neue Saison ist er auf jeden Fall mit dabei.

Der Einbau geht flott und beginnt mit dem Aufbringen der neuen Gummidichtung. Diese in die vorgesehene Nut einbringen und dann nicht zu kurz abschneiden. Immer einige Millimeter mehr stehen lassen, denn der Gummi drückt sich mit der Montage der Gläser weiter in das Gehäuse. Wer zu kurz abschneidet, hat plötzlich zu wenig Dichtung am Objekt. Ist das erledigt, dann kommt der Teil, wo man einen guten Freund zur Unterstützung braucht.

Die neuen Gläser müssen mit den zugehörigen Klemmen befestigt werden. 3 Klemmen oben, 3 unten, 2 seitlich. Bei unseren Scheinwerfern fehlen schon Klemmen; ein Hinweis, dass die Gläser bereits getauscht wurden. Aber im Kit sind Neuteile, die man verwenden sollte. Freund Achim presst die Streuscheibe an die vorgesehene Stelle, ich lasse die Klammern einrasten. Das erfordert etwas Kraft, und die ersten Klammern gehen nur unter lautem Fluchen an die vorgesehene Position. Beim  zweiten Glas geht es schneller, wir haben schon etwas Routine entwickelt.

Jetzt noch die unteren Dichtleisten anbringen, dann gehen die Scheinwerfer zurück in den Saab. Der Einbau ist einfach, die Scheinwerfer gleiten, mit etwas Gefühl, wie von selbst in die Karosserie. Ebenso etwas Feingefühl brauchen auch die Blinker. Die Aufnahmen hinten, es sind zwei Bleche, und vorne, dort eine Kunststoffführung, müssen exakt getroffen werden. Am einfachsten geht es mit etwas Andruck am hinteren Ende in Richtung Karosserie und viel Gefühl am Bug, damit die Kunststoffnase nicht abbricht. Der Blinker sitzt nur richtig, wenn die hintere Dichtung in die Karosserie integriert ist. Steht sie nach aussen, dann ist Nachbesserung angesagt.

Die Schrauben und Stecker anbringen, dann einen Leuchttest machen. Die Schweinwerfer strahlen jetzt ein weißes Licht, so wie es sein sollte. Nicht vergessen:  nach dem Einbau zur Einstellung der Scheinwerfer eine Werkstatt zu besuchen!

Die Aktion hat uns ungefähr eine Stunde gekostet. Wir haben etwas mehr als 70,00 € ausgegeben, dafür gutes Licht am 9-3 Aero bekommen. Wenn die Beschichtung der Scheinwerfer gut ist, dann hat man für viele Jahre Ruhe und die Aktion hat sich gelohnt. Die Arbeit ist einfach und mit einem guten Freund die richtige Beschäftigung für einen verregneten Samstagnachmittag.

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9 thoughts on “Neue Scheinwerfergläser für den 9-3 Aero

  • Ich habe meinem Arbeits-9000er zu Weihnachten neue Komplettscheinwerfer gegönnt. Bei den Alten waren die Reflektoren blind geworden und da half nichts mehr. Die Reflektoren sind nicht mehr lieferbar und waren auch mal sehr teuer, da habe ich das Altenativmodell von Schwedenteile.de (335 € das Paar) bestellt. Kam genauso schnell wie bei Euch, der Einbau mit Tausch der Leuchtweitenregelung hat etwa 1 1/2 Stunden gedauert und das Licht ist jetzt genial – da kann sich manch neues Auto ein Beispiel dran nehmen.

    1. Der 9000er hatte, so meine Meinung, schon immer die besseren Schweinwerfer im Vergleich zum 900/2 oder 9-3/1. Morgen darf der Aero auf die Strasse, dann erfolgt die Einstellung der Scheinwerfer in der Werkstatt. Mal sehen wie das Licht mit neuen Gläsern ist.

  • Freut mich, daß es bei dir so gut geklappt hat… ich habe mich an den Klammern ganz schön abgearbeitet – beim Zusammenbau mehr als bei der Demontage…

  • Hast Du mittlerweile die Reflektoren erneuert (werden die nicht im Laufe der Zeit matt und sind in erster Linie für die schwache Leuchtleistung verantwortlich)?

  • Danke Tom. Interessante Philosophie, wie Du den Wagen siehst, pflegst und aufbereitest. Ich habe eine fast identische Historie mit meinem, der ca. EUR 3k p.a. an Investitionen erfordert (sehr ähnliche, massive Rostprobleme, der Rest „normale“ aber teure Verschleissteile für ein MY 97, die jedesmal die Sinnfrage (oder die nach überschreitung des point of no return) stellen)…
    Eine nicht ganz einfache „Beziehung“ zum Wagen. Hierbei hilft Dein Blog Perspektiven anderer zu sehen, sich auszutauschen und eine Meinung über die Zukunft des eigentlichen schönen und erfreulichen“Groschengrabs“ zu bilden. Ohne solches Aufrechterhalten des „Kults“ hätte ich wohl schon mehrfach gegen einen risiko- & kostenneutralen Firmenwagen (wenn auch nicht Audi oder BMW) getauscht.

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