Die noch bis zum Sonntag in der Grugahalle Essen ausgerichtet 26. Ausgabe der Klassik-Weltmesse TECHNO-CLASSICA kann mit drei seltenen Fahrzeugen der Marke Saab trumpfen.

SAAB 93 A auf der Techno Classica 2014

SAAB 93 A auf der Techno Classica 2014

Unter den mehr als 1.250 Ausstellern aus mehr als 30 Nationen sind auch über 220 Klassiker-Clubs und -Interessengemeinschaften vertreten. Sie machen die TECHNO-CLASSICA auch 2014 wieder zum weltgrößten Club-Treff der Old- und Youngtimer-Szene.
Sowohl am Stand des 1. Deutschen SAAB-Clubs in Halle 9.1., als auch eine Etage tiefer in Halle 9.0 am Stand von Triboron, fällt die Marke Saab den Besuchern positiv ins Auge. Echte Hingucker sind der blaue Saab 96 Monte Carlo 850 und der weinrote  Saab 93A  beim Saab-Club, wie auch  der Saab 96 Monte Carlo von Josef Zabel bei Triboron.

SAAB 96 Monte Carlo Zweitakt

SAAB 96 Monte Carlo Zweitakt

Auffällig viele Belgier und Niederländer sind neben dem deutschen Publikum sehr interessiert und kommen mit dem Standpersonal ins Gespräch. Klar, dass auch schwedische Besucher mit einem Lächeln im Gesicht ein Stück ihrer Heimat entdecken und ihre Freude zum Ausdruck bringen.

Am Donnerstag waren auch bekannte Gesichter aus dem Norden unter den Besuchern: Hans Hedberg,  Redakteur und Automobiltester (u.a. des neuen NEVS-SAAB!) des schwedischen Automagazins „Teknikens Värld“ und der frühere Saab Technikchef Gunnar Larsson.

Lasrson war unterwegs in seiner Mission als Vorsitzender des Unterstützervereins für das Saab Bilmuseum. Er plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen über die Entwicklung des Saab 92 und 9000. Das SAAB Bilmuseum steht nun vor der großen Aufgabe, die Geschichte der Marke Saab anhand des umfangreichen Archivmaterials in die englische und deutsche Sprache zu übersetzten.

Das Problem: Es mangelt an ehrenamtlichem Personal, welches das qualitativ und quantitativ leisten könnte. Info zur Unterstützung des Museums: www.scmsupport.org.

93A und 96 Monte Carlo am Stand des 1. Deutschen SAAB-Clubs
Der 1. Deutsche Saab-Club präsentiert an seinem Stand in der Halle 9.1. (Stand 140) seltene SAAB-Fahrzeuge. Diesmal sind ein SAAB 93 A, Baujahr 1957, und ein SAAB 96 Monte Carlo 850 GT, Baujahr 1967, in der Grugahalle ausgestellt.

Saab 96 V4 Monte Carlo

Saab 96 V4 Monte Carlo

Beide Fahrzeuge haben einen Dreizylinder-Zweitakter, wobei der 96 nicht nur einer der letzten Zweitakter ist, sondern auch über ein ausgeklügeltes System der Getrenntschmierung verfügt. Dafür ist im Motorraum ein drei Liter fassender, beheizter, Öltank installiert. Serienmäßig wurde ein Viergang-Getriebe mit Freilauf und Lenkradschaltung verbaut. Das Fahrwerk mit Doppelquerlenker-Vorderachse vorn und Starrachse hinten erhielt in der „Sportversion“ gegenüber dem 96erFestsattel-Scheibenbremsen vorn und geänderte Radnaben. Das Modelljahr 1965 brachte die Umstellung auf einen Dreifachvergaser, statt drei Einzelvergasern, wodurch die Motorleistung auf 55 PS (40 kW) PS stieg. 1966 wurde er in Monte Carlo 850 umbenannt, unter diesem Namen war er noch bis 1967 im Verkaufsprogramm.

Das Fahrzeug ist im Besitz von Anton Kempink, der  in Aalten in den Niederlanden ein einmaliges und wunderbares SAAB_Museum aufgebaut hat.
Der 93A zeichnet sich durch die geteilte Frontscheibe, seine rundliche Form,  „Mädchenfängertüren“ und Winker aus. Das Fahrzeug wurde 2007 privat in Schweden gekauft und wird aufgrund seiner idealen Alltagstauglichkeit regelmäßig gefahren.
Im August 1955 wurde der 93A als Nachfolger des Saab 92 vorgestellt, ausgestattet mit einem längst eingebauten 33 PS starken 3-Zylinder-Zweitaktmotor mit 748 cm³ Hubraum und einem 3-Gang-Getriebe mit Freilauf. Der Motor wurde zusammen mit Heinkel entwickelt und hergestellt.  Die Drehstäbe und Schwingenachsen des ursprünglichen Modells wurden durch Schraubenfedern und doppelte Dreieckslenker vorn und eine Starrachse hinten ersetzt. Es war das erste Saab-Fahrzeug, das auch exportiert wurde, wobei der Hauptanteil in die USA ging. Der Saab 93 wurden von Dezember 1955 bis Februar 1960 in 52.731 Einheiten gebaut.

Instrumente im 96 Monte Carlo

Instrumente im 96 Monte Carlo

Die wichtigsten Stationen der Modellentwicklung: Am 3. September 1957 wurde der Saab 93 B vorgestellt. Er hatte eine ungeteilte Frontscheibe, Befestigungspunkte für vordere Sicherheitsgurte, Blinkleuchten statt Winkern und höher montierte Sitze. Im Herbst 1959 erschien der Saab 93 F. Das F in der Modellbezeichnung stand für die nun vorn angeschlagenen Türen (schwedisch fram).

Text & BIlder: christoph@saab-youngtimer.de

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