Bilder von Unfällen sind eigentlich meine Sache nicht. Manchmal beweisen sie aber eindrucksvoll das Sicherheitsdenken der Marke Saab. Und zwar bereits zu einer Zeit, als Sicherheit im Auto noch kein Allgemeingut war.

Saab 900 Unfall. Bild: Holger Battefeld - WZ Newsline

Saab 900 Unfall. Bild: Holger Battefeld – WZ Newsline

In Fahrzeugen aus den 70er und 80er hat man in der Regel schlechte Karten, wenn es zu einem Überschlag kommt. Die Passagierkabine der meisten Fahrzeuge bricht zusammen wie ein Kartenhaus. Nicht so bei einem Saab. Bereits zu Zeiten des Saab 99 verstärkten die Schweden die A-Säule massiv, und nahmen dem Überschlag seinen Schrecken.

Die Wurzeln für so viel Sicherheitsdenken hatte tragische Wurzeln. Es soll der tödliche Unfall eines Mitglieds der Wallenberg Familie mit einem Elch gewesen sein, der dazu den Anlass gab. Die Wallenbergs hielten damals nicht nur beim LKW Hersteller Scania, sondern auch bei der Saab Automobile AB, das Steuer in der Hand. Später folgende Saab Fahrzeug-Generationen verfeinerten das Konzept. Seitliche Aufprallschutz wurde bei den Schweden vor anderen Marken Standard, und einen Offset Crashtest führte man in Trollhättan schon beim 9000er durch. Lange bevor der Gesetzgeber diesen vorschrieb.

Das Glück in einem alten Saab unterwegs gewesen zu sein, hatten die Passagiere eines klassischen Saab 900 aus Mettman bei einem schweren Unfall. Das Fahrzeug wurde in Wuppertal von einem überholenden Wagen touchiert, geriet in den Böschungsbereich und schleuderte zurück auf die Strasse. Dort blieb der Saab 900 auf dem Dach liegen. Die verstärkten A-Säulen taten ihren Dienst, die Fahrgastzelle blieb erhalten. Trotz der Schwere des Unfalls kamen alle Beteiligten mit leichten Verletzungen davon.

Natürlich, nicht das wir uns falsch verstehen: Die Sicherheitstechnik hat sich fortentwickelt. ESP ist eine tolle Erfindung, aktive Systeme die einen Unfall verhindern sowieso. Dennoch ist es toll, was unsere Klassiker leisten können. Saab hat damals einen guten Job gemacht.

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3 thoughts on “Saab 900 = sicherer Klassiker

  • Ich verweise auf das sehr nette TopGear-Filmchen zur Saabinsolvenz (season 18, ep.5).

    http://www.topgear.com/uk/videos/1664360802001

    „Nobody could ever work out why Saabs cost so much – until they crashed one.“

    Wenn man ein altes Auto (=frühe 80er) mit auch nach heutigen Maßstäben akzeptablem Sicherheitsniveau fahren möchte hat man eigentlich nur die Wahl zwischen Saab, Volvo und Mercedes.

  • Schöner Bericht. Ich kann also beruhigt weiter nach einem 900 Ausschau halten, da er doch nicht so unsicher ist.
    Hatte mir im Thema Sicherheit bei dem Auto noch nie wirklich Gedanken gemacht….. Träume vom 900 😉

    Grüße aus Frankfurt
    9-5 Ng

  • Wir haben leider sowohl mit Volvo 240 GLE als auch mit Saab 93-1 Anniversary Autounfälle hinnehmen müssen. In beiden Fällen waren die Fahrzeuge zwar Totalschaden, jedoch entkamen wir beiden Fahrzeugen ohne Blessuren. Normalerweise müsste man sagen Thanks God…jedoch kann man hier schon beifügen…… Thanks to Swedish Automotive Know How ! ESP hätte mich seinerzeit beim Volvo 240 GLE ( 1985 ) auch gerettet. Jedoch waren zunächst die Fahrzeuggehäuse – Stabilität sowie die Knautschzonen von Vorteil, da es damals noch keine anderen Alternativen gab. Die Schwedischen Fahrzeugbauer waren einfach in den 80 er und 90 er Jahren Richtungsweisend für die Fahrgastsicherheit. Das war für uns immer eine Kriterium in der Familie ( 3 Kinder ); zunächst immer 2 Volvo’s und später 2 SAABS’s in der Garage bzw. Carport zu haben. Damit sind wir immer gut gefahren. Leider stehen mittlerweile ein Merc. + Saab nebeneinander, mangels Neufahrzeuge.

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