Er ist selten, weil er es schon immer war. Der Saab 900 Turbo 16S bildete 1984 die Spitze der 900er Baureihe. Es gab ihn nur als Coupe, und nur in geringen Stückzahlen. Nur für wirklich sportlich engagierte Fahrer, wie das Saab Marketing es vor 31 Jahren formulierte.

Turbo Signatur

Turbo Signatur

Erkennbar ist der 16S an speziellen Leichtmetall Rädern und an den seitlichen Beplankungen. Wie der „normale“ 900 Turbo 16 leistet er 175 PS. Dank seiner optimierten Aerodynamik eilt er mit 210 statt mit nur 205 Km/h über die Strecke. Die Ausstattung ab Werk war nicht so umfangreich, wie es sich für ein Spitzenmodell gehört. Feinstes Leder aus Schottland, Klimaanlage, Schiebedach mussten extra bezahlt werden. Immerhin: Tempomat, beheizte Sitze, elektrische Fensterheber spendierte Saab dem Käufer.

Unser Foto-Objekt stand um die Weihnachtszeit im Werkstattbereich von Saab Service Frankfurt. Ein Saab 900 Turbo 16S, in voller Ausstattung. Mit Schiebedach, das obligatorisch ist, um den tollen, blubbernden Saab Sound in Tunneln und Häuserschluchten geniessen zu können. Das Fahrzeug ist sehr original, leider schneite es an diesem Tag. Schnee und Strassen mit Streusalz wollten wir dem 900 nicht zumuten. So gab es keine Außenaufnahmen, die Bilder entstanden als Kompromiss in der Halle. Sie vermitteln dennoch einen guten Eindruck vom Saab 900 Turbo 16S Coupe.

Seine Historie ist kompakt. Kurz zugelassen auf die Saab Niederlassung Frankfurt wechselte der 900 bald den Besitzer, bei dem er seit rund 30 Jahren lebt. Gewartet wird er seit dem immer in Frankfurt, restauriert wurde nie. Warum auch? Er trägt die Patina seines Autolebens mit großartiger Würde, nur die Ledersitze verraten den Klassiker. Aber das sind Kleinigkeiten, bei einer hervorragenden Substanz.

Die Laufleistung nähert sich der 300.000 Kilometer Markierung, aktuell stehen 277.000 auf dem Zähler. Allerdings zählen bei einem Klassiker nicht mehr die Kilometer, sondern alleine der Zustand. Mittlerweile geniest der Saab 900 Turbo 16S den Schutz des Alters, hat die H-Zulassung, soll bei Schnee und Eis nicht mehr bewegt werden. Seine Besitzer kamen, nach dem die Aufnahmen entstanden waren, vorbei um nach dem Saab zu sehen. Ihr Schnee und Eis Fahrzeug: Ein Saab 900 Turbo „Last Run“. Der mit dem tollen Zegna Interieur. Das in diesem Fall aussah wie frisch ab Werk. Der „Last Run“ ist ebenso selten, aber fast 10 Jahre jünger als unser Foto-Objekt. Deshalb ab und zu auch bei schlechteren Wetter auf der Straße.

Für Leser, die jetzt die Krise bekommen: Auch ein Klassiker ist nur ein Auto. Wenn ein „Last Run“ bei Schnee und Eis bewegt wird, dann ist das besser, als wenn er sich in einer Halle langweilt. Nichts ist für ein Auto schlimmer als der Stillstand.

5 thoughts on “Saab 900 Turbo 16S 1984

  • Obwohl mich der 901 nie wirklich gereizt hat, die 16 S Coupes sind schon richtig schicke Teile.

    Die schottischen BoW-Sitze sind genial und unglaublich haltbar. Ich habe für meinen CS vor drei Wochen eine schwarze BoW-Innenausstattung erstanden. Der Spender-CSE von 97 hatte 330 Tkm auf der Uhr, da war ich erst etwas skeptisch.
    Ich habe die Sitze etwas aufgearbeitet und eingebaut, letztes Wochenende die erste etwas längere Tour damit gemacht (700 Km) – Weltklasse! Man sieht und merkt denen das Alter überhaupt nicht an und kann fahren ohne Ende…

  • Ich bin genau im Besitz eines dieser seltene Modelle, allerdings hatte der Erstkäufer des Wagens ein großes Bedürfnis noch mehr Geld auszugeben und seinen frisch erstanden 16 S zum tuner Henscheid gebracht. Hier wurde für weitere 18.000 Mark der Motor, das Fahrwerk und der Auspuff gemacht. Ich bin mittlerweile bei 329.000 KM angekommen und der alte Schwede geht auf der Bahn (bei gutem Benzin, und guter Temperatur) seine 240 – 250 kmh. Ein absoluter Traumwagen.
    Danke SAAB

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