Der Erstkontakt war im Winter 2013. In einer Garage in Oberfranken stand ein längst vergessener Saab R900 Gruppe A. In einem traurigen Zustand. Sein Konstrukteur, Uli Weinmann, war auf der Suche nach einem Käufer für dieses einzigartige Stück Saab Geschichte.

Saab R900 Gruppe A

Saab R900 Gruppe A

Verursacht durch unseren damaligen Artikel kam Bewegung in die Angelegenheit, der Saab wechselte Besitzer und Standort. Mit dem Versprechen das Coupe zurück auf die Rennstrecke zu bringen ging der Turbo in das Rheinland. Käufer Jürgen hat Wort gehalten!

Zwei Jahre später ist aus dem traurigen Restaurationsobjekt von damals ein neues, strahlendes Auto geworden. Mit viel Engagement und Liebe zur Marke wurde der R900 neu aufgebaut.

Die Bilder vom Neuaufbau erzählen nur einen Teil, den wirklichen Aufwand kann man nur im Ansatz erahnen. Die rechte Fahrzeugseite wurde nach einem Vorschaden teilweise ersetzt. Eine der leichteren Übungen. Denn, auch wenn der R900 auf den ersten Blick eine gewisse Nähe zur Serie vormacht, er ist ein reines Sportgerät. Das, so wie mir Besitzer Jürgen erzählte, sehr aufwändig konstruiert wurde.

Bei der Restauration der vielen spezifischen Lösungen stand R900 Erbauer Uli Weinmann wie versprochen als Ratgeber zur Verfügung. Auch er hat Wort gehalten. Bei anderen Dingen mussten weitere Spezialisten hinzu gezogen werden. Kopfschmerzen verursachte die spezielle Motorelektronik. Um sie zuverlässig zum Laufen zu bringen, wurde der Saab auf einen Hänger verfrachtet und nach Bayern gefahren.

Ein großer Aufwand, der sich gelohnt hat. Jetzt läuft der R900 wieder perfekt. Aktuelle 300 Turbo-PS, bei nur 1.100 Kilogramm Gewicht, bringen ein attraktives Verhältnis von PS pro Kilogramm. Der Saab R900 ist, so wie ursprünglich, komplett schwarz lackiert. Der neue Stil der Folierung ist eine Hommage an Per Eklund, der im ähnlichen Stil mit dem 900 und 9-3 auf Rallye-Pisten unterwegs war.

Was jetzt kommt, bei einem Fahrzeug mit großer Vergangenheit kommen muss, ist klar. Besitzer Jürgen und den Saab R900 drängt es zurück auf die Piste. Es geht im ersten Schritt darum den Schweden mit fränkischen Genen zu „erfahren“.

Erster Start seit fast 20 Jahren wird die ADAC Rallye Oberberg sein. Fahrer, Beifahrer und Saab 900 müssen sich kennenlernen. Der R900 Turbo ist zurück auf der Piste, die das rollende Kulturgut mit dem Greif zeigt Präsenz. Das sind tolle Nachrichten! Wir drücken die Daumen!

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6 thoughts on “Saab R900 – der Rückkehrer

  • Tolles Projekt, Hut ab für das Engagement. 300PS sind auch ein Wort. Die Heckklappe vom 9-3 dürfte wohl nur Puristen stören….

  • Das sind absolut Tolle Nachrichten.
    Sehr schön das er wieder Rennen darf.

    Ich hätte noch 2 Fragen.

    1.) Warum hat er eine 9-3 Heckklappe?
    2.) Kommt er nochmal auf die Rennstrecke zurück für die er vor 20 Jahren Gebaut wurde?

    Punkt 2 Wäre das Schönste was passieren könnte 🙂
    Zum einen wäre es ein tolles Zeichen für die Marke SAAB und Außerdem war am Nürburgring seit 11 Jahren kein SAAB mehr am Start.

    1. Die Fragen sind schwierig zu beantworten. Der R900 nahm Designelemente von Viggen und 9-3 I vorweg. Damit könnten diese Elemente dem Original entsprechen, aber das kann nur der Konstrukteur beantworten (der vermutlich nicht mitliest).
      Wie seine weitere sportliche Karriere verlaufen wird werden wir genau verfolgen. Jürgen steht in Kontakt mit dem Blog, wenn es zu weiteren Einsätzen kommt schreiben wir darüber.

  • Ich habe damals die Anzeige gelesen, hätte eine solch aufwendige Restauration aber nicht stemmen können. Damals hatte ich Kontakt zu einem der Mechaniker, die den Wagen auf der Nordschleife eingesetzt haben, der hätte sicher ein wenig helfen können. Es ist toll zu sehen, was aus dem Wagen geworden ist!

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